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10. Lipno.

Eine Kreisstadt, deren Geschichte bis ins Mittelalter reicht, liegt an der Mień. Es bekam 1349 vom Herzog von Dobrin Wladislaw ein Stadtgründungsprivileg verliehen. Nach der Stadtverwüstung, der die Stadt infolge der Überfälle der Litauer, der Pruzzen und des Deutschen Ordens sowie infolge von Seuchen zum Opfer fiel, wurde die Stadtgründung vom König Wladislaw II. Jagiello erneut. Die weitere Geschichte der Stadt hatte einen analogen Verlauf zur Geschichte von Rypin, bzw. zur Geschichte des Dobriner Landes, wobei sich in Lipno ab 1466 die Sejmiks versammelten, um Sejmabgeordnete zu wählen. Nach der ersten Teilung kamen nach Lipno deutsche Tuchhändler sowie jüdische Kaufleute und Handwerker. Die Stadteinwohner stellten mehrmals ihren Patriotismus unter Beweis, indem sie sich aktiv am Januaraufstand (Schlacht bei Lipno am 3. August 1863), 1916 an der geheimen polnischen Militärorganisation (Polska Organizacja Wojskowa), 1918-1919 an der Bürgerwehr sowie unter deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg an der Polnischen Heimatarmee (AK) beteiligten. Ihr Engagement bezeugen Grabdenkmäler auf dem Friedhof. Heute bewältigt die Stadt unterschiedliche Entwicklungshindernisse, verbessert die Infrastruktur und setzt auf industrielle Entwicklung. Aus Lipno stammen Pola Negri, eine weltbekannte polnische Schauspielerin und Star des Stummfilmes, Theaterregisseur Wincenty Rapacki, Wirtschaftsprofessor Leszek Balcerowicz. In Lipno besuchte Lech Wałęsa eine Berufsschule. Sehenswert sind hier eine gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert, die später umgebaut und die im Inneren Barock- sowie Rokokoausstattung hat. Das vom Anfang des 17. Jahrhunderts stammende Hauptalter war ursprünglich in der Kirche in Skępe und wurde nach Lipno verlegt. Im Hauptalter befindet sich ein Gemälde von Wojciech Gerson mit Marias Himmelfahrt. Auf dem Dekertplatz zu sehen sind ein klassizistisches Rathaus von 1831 sowie um die gleiche Zeit gebaute Bürgerhäuser. Sehenswert ist auch die neogotische evangelische Kirche, die 1865-1868 errichtet wurde. Im Stadtkulturzentrum wurde eine Gedenkstätte für Pola Negri eingerichtet. Auf dem Friedhof befinden sich Grabmale und Grabdenkmäler für Antoni Grabowski, den Soldat und Napoleons Begleiter während seiner Verbannung auf der Insel St. Helena, für Jan Starzyński, Kommandeur der Bürgerwehr, der 1920 von den Russen ermordet wurde sowie Grabmale für gefallene Soldaten von der geheimen polnischen Militärorganisation und zahlreiche Grabmale aus dem ersten und zweiten Weltkrieg.

In Lipno werden jedes Jahr polnische Meisterschaften im Motocrossrennen in den Klassen MX65, MX2, Junior und MX1 ausgetragen.

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