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9. Rypin.

Es zählt zu den ältesten Städten Polens. Rypin wurde 1065 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Um jene Zeit war es Sitz einer Kastellanei von Masowien. Ab dem 14. Jahrhundert war Rypin Sitz der Starostei. Der Überfall der Litauer im Jahre 1323 und der Überfall des Deutschen Ordens von 1329 verwüsteten die Burg (heute Dorf Starorypin) und brachten einen großen Einwohnerschwund mit sich. Für die Gründung einer neuen Stadt wurde ein Hügel am Fluss Rupienica gewählt. Die Stadtprivileg wurde 1365 vom Herzog von Dobrin Władysław erneut. Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt mit Stadtmauern mit zwei Türmen umgeben. Gebaut wurden auch drei Kirchen. An der Stelle der Adalbertkirche wurde dann 1780 die Heilige-Barbara-Holzkapelle errichtet. Die Geschichte von Rypin widerspiegelt im gewissen Sinne die Geschichte des Dobriner Landes. Im Zweiten Weltkrieg wurden im Gestapohaus, das im Volksmund „Blutbadhaus“ genannt wurde, hunderte polnische Lehrer, Priester, Gutsbesitzer, Staatsbeamte, Handwerker und patriotisch gesinnte Landwirte festgehalten und bestialisch umgebracht. Verfolgt wurden auch alle jüdischen Stadteinwohner. Die Angst vor der Todesstrafe hinderte patriotisch gesinnte Menschen keinesfalls daran, Untergrundaktivitäten aufzunehmen. So beteiligten sie sich 1940 an der Gründung des Verbands für bewaffneten Kampf (ZWZ), der später in die Polnische Heimatarmee (AK) umgewandelt wurde. Nach dem die Deutschen Rypin verlassen hatten, wurden die patriotisch gesinnten Polen vom Geheimdienst, der die Polnische Arbeiterpartei gegründet hat, und der Stalins Befehle ausführte, verhaftet und ohne Gerichtsurteile in die Lager nach Sibirien bzw. in polnische Gefängnisse gebracht. Diejenigen Mitglieder der Polnischen Heimatarmee, die nicht verhaftet wurden, fingen an, gegen die kommunistischen Machthaber Diversion zu betreiben. Heute ist Rypin mit seinen 17000 Einwohnern Sitz des gleichnamigen Landkreises. Es verfügt über ein weites Schulnetz, ein entwickeltes Handwerk und ist eine Handelsstadt. Eine überregionale Bedeutung hat die einmal im Jahr veranstaltete Agrarmesse „Rypin Agra“, die durch vielfältige Ausstellungen und ein Agrarmarkt begleitet wird. Sehenswert sind in der Stadt die gotische Dreifaltigkeitskirche von 1355 mit ihren neugotischen Fassaden und Rokokoausstattung, die Heilige-Barbara-Kapelle, die Herz-Jesu-Kirche aus dem 20. Jahrhundert mit ihren imposanten in der lokalen Werkstatt von Elżbieta und Andrzej Bednarski angefertigten Glasmalereien, die 1888 errichtete evangelische Kirche, die im Inneren mit Decken- und Wandmalereien verziert ist. Im so genannten Blutbadhaus befindet sich Museum des Dobriner Landes, in dem sich Dauerausstellungen zur Archäologie und Geschichte befinden sowie Wechselausstellungen zu verschiedenen Themen gezeigt werden.

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