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8. Czarne.

Ein Dorf, das an dem gleichnamigen See (manchmal auch Czerskie-See genannt) liegt, der zu einer Seenlandschaft gehört, die man unter dem Namen Piaseczyńskie-Seen kennt. Ein charakteristisches Merkmal dieser Seen ist ihre Selbstreinigung, denn sie sind abflusslos. An den Seen zahlreiche Strandbäder. In der Nähe von Czarne (10 km entfernt) befindet sich das Ferienzentrum „Jawor“ mit einem Verleih (Boote, Paddelboote, Wassertreter und dgl. mehr) sowie Gaststätte „Michalufka“. Im Dorf zu sehen ist eine von den Dorfeigentümern Michał Pląskowski und Kajetan Pląskowski gestiftete Holzkirche, die in den Jahren 1791-1793 errichtet wurde. Das ist eine der schönsten Holzkirche des Dobriner Landes, denn sie wurde im klassizistischen Stil gebaut, was im Falle von Holzkirchen eher eine Ausnahme ist. Der klassizistische Stil wird durch einen aus vier Säulen bestehenden hohen Hofsäulengang betont, der ein krönendes Gesims mit dekorativen Abschnitten trägt. Im oberen Teil des Säulenganges befindet sich ein Tympanon mit dem Relief „Auge der Vorsehung“. Das einheitliche Gesims um den Kirchenkörper lässt den Eindruck entstehen, dass wir es mit einer imposanten großen Kirche zu tun haben, obwohl sie tatsächlich nicht allzu groß ist. Im Inneren ist die Kirche klassizistisch ausgestattet, sie hat ein hölzernes Scheingewölbe und einige sehenswerte barocke Möbelstücke. Besonders sehenswert ist eine aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammende Malerei mit Bibelszenen und Darstellung der polnischen Heiligen. Die freien Flächen sind mit Volkspflanzenmotiven versehen, die als Akanthusgeflecht interpretiert werden. Der Gehalt der Bibelszenen, die Auswahl von Heiligen sowie die Redaktion der aus der Bibel stammenden Inschriften beweisen, dass die Stifter sowie der Autor der Malerei gezielt religiöse und patriotische Motive verbinden wollten, um die Polen im Zeitalter der fehlenden Souveränität aufzumuntern und patriotisch zu stimmen. Die Meersturmszene mit den Fischern, die bei großem Sturm in Seenot geraten und Gott um die Rettung ersuchen und die sich im Nebenschiff befindet, wird als Ausdruck der Hoffnung auf die Beruhigung der Lage nach den französischen Kriegen (Napoleon) interpretiert. Die Gestalten der polnischen Heiligen, die mit entsprechenden Inschriften versehen sind, sollten ebenso patriotische Gefühle der Polen und ihren Nationalstolz ansprechen. Als Beispiele können hier folgende Inschriften angeführt werden: „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden“ über Stanisław Kostka, „Selig sind die, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Himmelreich“ über Władysław von Gielniowo. Die Kirche, die in der Achse des Gutshofs lag, bildete einen festen Bestandteil einer Gutsanlage. Vor der Kirche eine Allee mit Kastanienbäumen, die Naturdenkmale sind. In dem spätklassizistischen Gutshof aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde eine Schule eingerichtet.

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