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6. Stausee von Włocławek.

Der Stausee von Włocławek staut die Weichsel. Der Staudamm mit einem Wasserkraftwerk wurde 1970 fertig gebaut. Er übernahm gleichzeitig die Funktion einer Straßenbrücke. Die Stauseefläche beträgt 75 km 2, die Breite der Stausee beträgt im Durchschnitt 2,5 km, die Länge 58 km. Der Stausee staut die Weichsel auf eine Höhe von 12,5 m. Am Staudamm wurde ein Kreuz errichtet, das an den Märtyrertot des vom polnischen Geheimdienst im Oktober 1984 ermordeten Priesters Jerzy Popiełuszko erinnert.

 

Landschafts- und Naturwerte In der direkten Umgebung des Stausees überwintern etwa 20 Wasservogelarten. In den Schatten der Strandbäume sind Brutstätten vom Raufußbussard und vom Seeadler, während im Schliff Schellenten, Gänsesäger, Möwen, Schwäne und Stockenten brüten. An der Mündung der Skrwa liegt Brudzeński Landschaftspark mit einer reichen Pflanze- und Tierwelt. Am Dobriner Ufer in der Nähe von Kulin wurde ein nach dem Namen der genannten Ortschaft benanntes Biosphärenreservat ausgewiesen. Geschützt werden bestimmte Steppenpflanzarten, sowie Ufer- und Waldpflanzarten. Hier tritt auch der bis zur Höhe von einem Meter wachsende Diptam auf, der zur Familie der Rautengewächse gehört und zygomorphe rosa Blüten (5 cm groß) hat, die an traubigen Blütenständen wachsen. Die Blütezeit ist im Mai und Juni, die Reifezeit der fünfteiligen Früchte der Hochsommer. In dieser Zeit geben die Drüsen der Fruchtstände so viel ätherisches Öl ab, dass die Pflanze schon von weitem gerochen werden kann. Es entsteht dabei ein brennbares Gas, das der Pflanze wohl ihren Beinamen (brennender Busch) gegeben hat.

 

Kulturwerte Vom Burgberg in Dobrin an der Weichsel aus schöner Blick über den Stausee. An dieser Stelle befand sich einst eine Burg, die Sitz des Kastellans war. Sie war bereits 1065 urkundlich erwähnt. Nach dem Überfall der Schweden im 17. Jahrhundert sowie nach weiteren geschichtlichen Schicksalsschlägen ist sie zu einer Ruine verkommen. Am Fuße des Berges liegt die Stadt Dobrin, die zu den ältesten polnischen Städten (vor 1239 gegründet) zählt. Sie lag an einer wichtigen Wassertransportstraße (an der Weichsel), was ihr im Mittelalter und in der Neuzeit eine schnelle Entwicklung bescherte. Der König Sigismund der Alte erneuerte 1519 das Stadtprivileg. Die Blütezeit für die Stadtentwicklung dauerte bis etwa 1650 an, was an sieben Kirchen, die bis zu jenem Zeitpunkt errichtet worden waren, erkennbar ist. Das bis heute erhaltene Franziskanerkloster mit einer Kirche entstand in den Jahren 1279-1316. Es wurde mehrmals durch Brände beschädigt und umgebaut. Gotische Spuren sind bis jetzt an den Wänden des Chorraumes der Kirche wahrnehmbar. Die neuromanische Fassade von 1902 erinnert an die alte Blütezeit der Klosteranlage. Im Inneren der Kirche ein Barockkreuz sowie ein Marmorepitaph für Damazy Miodulski, einen 1806 verstorbenen Kavalleriegeneral. Bemerkenswert ist auch die Orgel mit einem 13-tönigen Register, die 1899in der lokalen Orgelwerkstadt von Dominik Biernacki gebaut wurde. Das Dobriner Museum thematisiert in seinen Ausstellungen Geschichte des Dobriner Landes sowie regionale Volkskultur. An der Skrwamündung liegt Murzynowo, ein Dorf, das einst ein bedeutender Weichselfischfangstandtort war, woran ein Fischerhaus mit alter Fischerausrüstung erinnert. In einer Entfernung von 4 km (weichselabwärts) liegt Rokicie. In diesem Dorf befindet sich eine romanische Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Im Chorraum ist eine eine Dreibogenöffnung erhalten, die als ein charakteristischer Bestandteil der romanischen Kunst (Triforium) anzusehen ist. Im unteren Teil der Kirchenmauern mittelalterliche Beichtnischen sowie Grabsteininschriften, die sich auf einige im Kirchenfriedhof beigesetzte Persönlichkeiten beziehen.

 

(Freizeit)Sport. Auf der Dobriner Seite, in Murzynowo, Dobrin an der Weichsel und Zarzeczewo befinden sich gut organisierte Segleranlegestellen mit Verleihstellen von (Paddel)Booten, Wassertretern Segelbooten u. dgl. mehr. Die lokalen Behörden und Sportvereine veranstalten ein allgemeinpolnisches Sportwettbewerb (Segeln, Windsurfing) für Jugendliche. Im August wird vom Verein Dobrin des Polnischen Sportanglerverbandes ein Sportangelwettbewerb um den Bürgermeisterpokal organisiert.

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